Bretonische Kekse oder Traou Mad

erstellt am 24.05.2016 von Frauke | Kategorie(n): Essen und Trinken

Als Jugendliche verbrachte ich einige Zeit als Austauschschülerin bei einer bretonischen Familie in der Nähe von Brest.
Ich weiß nicht, ob ich Euch schon mal erzählt habe, dass ich ein sehr nordischer Mensch bin. Ich liebe das Raue, des Herbe, unbeständiges Wetter, Wind und Wellen. Also war ich in der Bretagne genau richtig.

Frau.am.strand_660x495Auch heute noch bevorzuge ich Urlaube im Norden. Ich mag Skandinavien, Nordamerika, und natürlich Island.
Entgegen dem Mainstream mag ich den Wettlauf mit Wind und Wetter, und ich finde kaum etwas langweiliger, als ewig blauen Himmel.
Die Sonnenanbeter unter euch mögen mir verzeihen.

wolken.11._660x460Die Zeit in der Bretagne habe ich damals sehr genossen.
Wir verbrachten unsere Tage am Meer, badeten und sammelten Muscheln.

Muscheln_660x495Aber ein Problem hatte ich (leider) während der ganzen Zeit dort:
Ich konnte mich einfach nicht an den dort üblichen Essensrhythmus gewöhnen.
Das heißt: Ich hatte tagsüber ständig Hunger! (Ich Arme! 🙁 )
Als deutsches Nordlicht war ich es damals gewohnt, ausführlich zu frühstücken, dann ein gutes Mittagessen zu bekommen, und abends nur eine relativ kleine Mahlzeit zu mir zu nehmen.
In Frankreich wurde es jedoch genau umgekehrt gemacht: Kleines Frühstück, tagsüber entweder gar nichts, oder etwas Obst, und abends wurde dann gut und lecker gekocht. Versteht mich nicht falsch, man hat mich nicht hungern lassen, der Tagesrhythmus war einfach nur anders. Vielleicht hätte ich mal was sagen sollen…. Aber das traute ich mich damals nicht.
Nun ja, meine Rettung an so manchem Nachmittag war es, wenn die wunderbare Keksdose mit den bretonischen Butterkeksen auf den Tisch kam.
Traou Mad!
Mein persönliches Highlight!
Tja, und heute hab ich mich nun daran gemacht, zu versuchen, ähnliche Kekse selbst zu backen.
fertige.Kekse_660x495Traou Mad ist bretonisch, und heißt in etwa „Gutes Ding“.
Und das waren sie wirklich!
Und ich muss sagen, die von mir gebackenen Galettes kommen dem, was ich über die Originale in Erinnerung habe, geschmacklich recht nahe.

Hier habe ich erstmal das Rezept für Euch:

Die Zutaten:
300 Gramm Butter
400 Gramm Mehl
175 Gramm Zucker
1 Teelöffel grobes Meersalz, ich habe Fleur de Sel verwendet
1 Spritzer Orangenblüten-Aroma, Fleur d’Oranger
1 Päckchen Vanillezucker
2 Esslöffel brauner Zucker zum Wälzen

Und hier die Zubereitung:
Zuerst wird die Butter in einem kleinen Topf geschmolzen und leicht gebräunt. Die Butter wird dann in die Rührschüssel abgefüllt und man wartet, bis sie wieder fest geworden ist. Diese Schritte habe ich am Abend vor dem Backen erledigt, und am nächsten Morgen konnte es dann gleich weiter gehen. Jetzt schlägt man nämlich die Butter mit den Quirlen des Handrührers cremig auf, fügt die übrigen Zutaten hinzu und verknetet dann alles mit den Knethaken des Handrührers zu einem glatten Teig.
Den Teig formt man anschließend zu Rollen und legt diese in Frischhaltefolie gewickelt für mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank.

Rolle_660x505Bei mir war der Teig so klebrig, dass ich ihn vor dem Formen der Rollen noch einige Zeit in den Kühlschrank
legen musste, sonst hätte ich ihn keinesfalls formen können.

2Bilder.328x440_660x440Von den Teigrollen werden dann mit einem scharfen Messer dünne Scheiben abgeschnitten und mit etwas Abstand auf ein Backblech gelegt.
Gebacken habe ich die Kekse bei 160 Grad mit Umluft für ca. 20 Minuten.
Man sieht auf den Bildern, dass der Teig, und später auch die Kekse sehr, sehr bröselig sind.
Schön kurz hätte meine Oma gesagt.
Sie schmecken wirklich super-, ober-lecker, sind aber leider sehr schwer zu händeln.
Zuerst bekommt man die Scheiben kaum heile auf das Blech, und hinterher kaum wieder herunter, geschweige den unfallfrei in den Mund. Schade!
Ich denke, dass ich das Rezept demnächst noch einmal backen werde, aber nächstes Mal werde ich ein Ei hinzufügen. Was denkt Ihr? Wird das helfen, oder zerstört das den einmaligen Geschmack?
Na, ich werde Euch jedenfalls über das Ergebnis berichten.
Galettes_660x495Und nun muss ich zusehen, dass ich noch einige von den Keksen abbekomme, meine Männer hauen nämlich schon die ganze Zeit kräftig rein…

Ach ja, eins muss ich noch gestehen: Die gezeigten Bilder von Strand, Wolken und Muscheln sind nicht in der Bretagne entstanden, sondern an der Ostsee. In der Bretage war ich seit damals nämlich nicht mehr.
Aber ich habe mir fest vorgenommen, die Bretage ganz oben auf meine Urlaubs- Prioritätenliste zu setzen.

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Frauke
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7 Kommentare zu “Bretonische Kekse oder Traou Mad

  1. J’ai lu quelques recettes de Traou Mad dans lesquelles il est écrit de faire cuire les biscuits dans des cercles de métal ! Voilà le secret ! On peut aussi découper ces cercles dans des boîtes de conserve.

  2. So eine schöne Geschichte und wundervolle Bilder! Ich habe vor vielen Jahren meinen Mann in Douarnenez kennen gelernt und letzten Sommer waren wir sechs Wochen in der Bretagne. Ich habe jetzt richtig Sehnsucht danach – so eine wunderschöne Ecke der Welt, so tolle Menschen und himmlisches Essen!
    Liebe Grüße von Lena

    • Oh liebe Lena, wie schön! Und dann sogar noch eine Liebesgeschichte.
      Ich bin sicher, ich muss da bald hin. diesmal aber mit meinem Schatzi.
      Ganz liebe Grüße
      Frauke

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